Australien

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Aus|t|ra|li|en; -s:
1. kleinster Erdteil.
2. aus Australien (1) u. einigen Inseln bestehender Staat.

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I
Australi|en,
 
der kleinste Erdteil. Er umfasst das australische Festland sowie die auf dem Schelf liegenden Inseln Tasmanien, die Furneaux Islands, Kings Island und Hunter Islands in der Bass-Straße, die Inseln in der Torresstraße im Norden und die Inseln vor der australischen Westküste. Das australische Festland und die Inseln bilden politisch den Bundesstaat Australien. In der geographischen Literatur werden Australien und Neuseeland oft gemeinsam mit der melanesischen Inselwelt als Australasien und dazu mit dem Malaiischen Archipel, Mikronesien und Polynesien immer häufiger insgesamt als Ozeanien bezeichnet.
 
 LAGE · GRÖSSE · KÜSTENFORMEN
 
Australien liegt auf der Südhalbkugel beiderseits des südlichen Wendekreises zwischen Indischem und Pazifischem Ozean und hat eine Fläche von 7,68 Mio. km2. Es reicht im Norden mit dem Kap York bis 10º 45' südliche Breite (durch die schmale Torresstraße von Neuguinea getrennt), im Südosten mit dem Kap Wilson bis 39º 40' südliche Breite, mit dem Südostkap Tasmaniens bis 43º 39' südliche Breite. Der westlichste Punkt (Steep Point) liegt auf 113º östliche Länge, der östlichste (Kap Byron) auf 154º östliche Länge. Die größte Nord-Süderstreckung beträgt 3 680 km, die größte West-Osterstreckung 4 100 km.
 
Die Küsten des Erdteils sind wenig gegliedert. Nur im Norden greift der Carpentariagolf zwischen der Kap-York-Halbinsel im Osten und dem Arnhemland im Westen rd. 700 km tief ins Land hinein. Im Süden bildet die Große Australische Bucht eine weitgeschwungene Einbuchtung, deren Ostende durch den Spencer- und den Saint-Vincent-Golf stärker gegliedert ist. Die Küstenlinie ist rd. 20 000 km lang. Auf den Halbinseln im Norden und Süden, im Südwesten und Südosten besitzt Australien Riaküsten mit zum Teil ausgezeichneten Naturhäfen. Vor der Nordostküste erstreckt sich das der Schifffahrt hinderliche Große Barriereriff.
 
Australien ist ein abseits gelegener Inselkontinent. Die Entfernung bis Afrika beträgt rd. 8 000 km, bis Südamerika rd. 15 000 km. Nur im Norden und Nordwesten stellen Neuguinea und der Malaiische Archipel eine Verbindung zum asiatischen Kontinent her.
 
 AUFBAU · OBERFLÄCHENGESTALT
 
Australien, Tasmanien, Neuseeland und Neuguinea gehörten mit Hochafrika, Madagaskar und Vorderindien vom Devon bis zum Jura zu der großen alten Landmasse des Gondwanalands. Seit dem Auseinanderdriften dieses Südkontinents in der späten Kreidezeit oder im Frühtertiär wurde Australien einschließlich Tasmaniens, Neuseelands und Neuguineas völlig isoliert. Neuguinea und Tasmanien wurden erst durch den nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels vom australischen Festland getrennt.
 
Den ältesten Teil des Kontinents bildet der präkambrische Westaustralische Schild. Der Osten des Kontinents unterlag mehreren tektonischen Veränderungen. Das Gebiet zwischen Arnhemland und Eyresee wurde am Ende des Silurs von der kaledonischen Gebirgsbildung erfasst. Der heutige Ostrand wurde im Oberkarbon in die variskische Gebirgsbildung einbezogen. Beide Gebirgskomplexe waren am Ende des Paläozoikums bereits wieder abgetragen. Zwischen dem Schild im Westen und dem Kontinentrand im Osten entstand im Mesozoikum ein ausgedehntes Senkungsgebiet, in dem während der Trias und des Jura unter marinen Bedingungen mächtige Kalk- und Sandsedimente abgelagert wurden. Im Tertiär zerbrach im Osten das fast völlig eingeebnete Land in Schollen, von denen einige, z. B. der Sockel des Großen Barriereriffs, im Meer versanken. In dieser Zeit wurde das Gebiet der Great Dividing Range gehoben und schräggestellt. Entlang der Verwerfungslinie traten vulkanische Massen an die Oberfläche und bedeckten die alten Schollen. Ähnliche Aufbiegungen des Kontinentrandes hat es im Norden, Nordwesten und Westen gegeben. Damit hat Australiens Oberfläche die Gestalt einer flachen Schüssel. Die größten Höhen liegen im Süden, wo im Verlauf der tertiären Tektonik die Australischen Alpen als Teil der Great Dividing Range am höchsten herausgehoben wurden (Mount Kosciusko: 2 230 m über dem Meeresspiegel). Der tiefste Punkt befindet sich in der 12 m unter dem Meeresspiegel liegenden Depression des Eyresees.
 
Australien ist ein Kontinent der Weite und Gleichförmigkeit mit nur geringen Höhenunterschieden. Entsprechend der geologisch-tektonischen Entwicklung gliedert sich der Erdteil in drei Großeinheiten: den Westaustralischen Schild im Westen, die mittelaustralische Senke und das Schollengebirge im Osten. Der Schild tritt im Westaustralischen Tafelland zutage, einer Hochfläche von wenig über 300 m über dem Meeresspiegel mit riesigen Wüsten. Diese Ebene wird eingerahmt vom Kimberleyplateau im Norden, der Hamersley Range und Darling Range im Westen und den Macdonnell und Musgrave Ranges im Osten. Im Süden leitet die Kalktafel der Nullarborebene zur Küste über. Der Erzreichtum der präkambrischen Gesteine verleiht dem Westaustralischen Schild eine besondere Bedeutung für den Bergbau.
 
Die mittelaustralische Senke zeigt ebenfalls eine monotone Oberflächengestalt. Junger Ablagerungsschutt kleidet die Ebene oberflächlich aus. Die mesozoischen Sedimente in der Tiefe sind riesige Grundwasserspeicher. In ihnen lagern Wassermassen der eiszeitlichen Regenzeiten, die in Teilbereichen durch rezentes Sickerwasser ergänzt werden. Dieses Wasser, das zumeist über artesische Brunnen die Oberfläche erreicht, stellt in den Trockenräumen einen wichtigen Faktor für die Wirtschaft, v. a. für die Weidewirtschaft, dar.
 
Das Schollengebirge im Osten, die Great Dividing Range, begleitet die pazifische Küste, verliert von Süden nach Norden an Höhe und fällt gegen Westen ein. Die Kohlelager in den Sedimenten des Karbons und die Erze in magmatischen Gesteinen sind die bedeutendsten bergwirtschaflichen Ressourcen.
 
Rund 60 % der Fläche Australiens sind abflusslos. Nur in den Gebirgsketten des subtropischen und gemäßigten Bereichs an der Ostküste sowie in der Umgebung von Perth im Westen fließen die Flüsse dauernd. Die Wasser der niederschlagsreichen Kordillere sammeln sich im Tiefland westlich des Gebirges, wo sie das Stromsystem des Murray-Darling bilden. Zahlreiche kurze Wasserläufe fließen dem Pazifischen Ozean zu. Die Gewässer im Inneren von Australien fließen nur periodisch oder episodisch und sammeln sich zum Teil in Salzpfannen. Die Wasserarmut des Kontinents wird durch mehrere artesische Becken gemildert: Großes Australisches Becken, Murraybecken, zwei Becken im Nordwesten.
 
 
Australien liegt im Bereich tropischer und subtropischer Klimate. Die Breitenlage von Sydney und Melbourne entspricht der von Tanger und Casablanca in Nordafrika. Der Norden ist mit dem tropischen Sudan zu vergleichen. Die Lage beiderseits des südlichen Wendekreises verursacht ein trockenes Klima. Die Trockenheit wird noch dadurch verstärkt, dass durch die Randgebirge das Eindringen maritimer Luftmassen behindert wird.
 
Das klimatische Geschehen wird bestimmt durch den jahreszeitlichen Wechsel von ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Im wechselfeucht-tropischen Norden fallen die Niederschläge im Südsommer (Dezember bis März) beim Durchgang der innertropischen Konvergenzzone. Der Südosten und Südwesten erhalten ihre Niederschläge im Winter (Juni bis September) aus den Zyklonen der außertropischen Westwindzone. Die Trockenzeiten werden durch das stabile Passathoch hervorgerufen, das sich im Sommer nach Süden und im Winter nach Norden verschiebt. Das Innere und der Nordwesten bleiben ganzjährig unter seinem Einfluss. Die von See wehenden Südostpassate bringen dem Osten zusätzliche Niederschläge; sie fallen als Steigungsregen und bleiben auf die Küstenregion beschränkt. Die mittleren Maxima erreichen hier Werte von über 4 400 mm (Tully in Queensland). 29 % des Kontinents erhalten allerdings weniger als 200 mm Niederschlag und nur 22 % mehr als 600 mm.
 
Die Wirksamkeit der Niederschläge, v. a. der Sommerregen, wird durch eine hohe Verdunstung eingeschränkt. Die Niederschlagstätigkeit zeigt von Jahr zu Jahr starke Abweichungen. Immer wieder kommt es zu Dürren, die über mehrere Jahre andauern können. Solche Dürren gehen oft mit Hitzeperioden einher, in deren Verlauf über mehrere Wochen Temperaturen von mehr als 40 ºC gemessen werden.
 
Der Jahresgang der Temperatur unterliegt nur im Süden stärkeren Schwankungen. Im Norden beträgt die mittlere Januartemperatur 27 bis 32 ºC und die mittlere Julitemperatur 21 bis 27 ºC. Im Süden liegt das Januarmittel zwischen 21 und 27 ºC und das Julimittel zwischen 5 und 10 ºC. Erheblich höher fallen die tageszeitlichen Schwankungen aus: Ihr Mittelwert kann im Innern des Kontinents über 20 ºC erreichen. Fröste treten mit Ausnahme des Nordens und Osten überall auf. In den Snowy Mountains fallen die Winterniederschläge zum Teil als Schnee.
 
 
Die Vegetation bildet mit der Tasmaniens das australische Florenreich, das durch eine große Anzahl endemischer Arten (rd. 85 % von 12 000) und Gattungen gekennzeichnet ist. Typisch sind v. a. die Gattung Eucalyptus (über 450 Arten), die 90 % der waldbildenden Arten Australiens und mit Eucalyptus regnans (bis 150 m hoch) einen der größten Bäume überhaupt stellt, ferner Myrtenheide (Melaleuca), mehrere hundert Gattungen der Silberbaumgewächse (Proteaceae), die meisten Kasuarinenarten (Casuarina), Akazien (Acacia) und Grasbäume (Xanthorrhoea).
 
Im Küstenbereich Nordostaustraliens finden sich tropische Regenwälder, die in Artenreichtum und Struktur den indomalaiischen Regenwäldern gleichen und reich an Epiphyten und Lianen sind. Sie gehen südwärts in artenärmere subtropische Regenwälder mit starker Beimischung von Eukalyptusarten über. West- und südwärts der Regenwaldgebiete dehnen sich lichte Eukalyptuswälder aus, die landeinwärts in Savannen übergehen.
 
Das inneraustralische Trockengebiet besitzt über weite Strecken Halbwüstencharakter (Nullarborebene, Umfeld der Salzseen, Teile Südaustraliens) mit einer Zwergstrauchflur aus Kochia- und Atriplexarten (»Salzbusch«). Die übrigen Teile des trockenen Innern werden von Mulga scrub aus der immergrünen Acacia aneura oder von hartlaubigen Igelgrasfluren (Triodiaarten) eingenommen. Charakteristisch für die halb- und ganz trockenen Winterregengebiete im Südwesten Australiens ist der Mallee scrub, eine ausgedehnte, offene und sehr einförmige Eukalyptusvegetation, zum Teil mit Kasuarinenarten, ausdauernden Gräsern und Halophyten vergesellschaftet. Der Mallee scrub geht zur Küste hin in offene und schließlich feuchte geschlossene Eukalyptuswälder mit wertvollen Nutzholzarten (z. B. Eucalyptus diversicolor; »Karri«) über.
 
Als Folge der häufigen Brände, v. a. in den trockenen Gebieten, haben sich in Australien viele Pflanzen entwickelt, die durch Feuer wenig geschädigt werden oder es während ihres Lebenszyklus brauchen (Pyrophyten). Bei vielen Eukalyptusarten liegen unter der dicken Rinde, die einfach verkohlt, Knospen, die neu austreiben, oder es entstehen neue Schößlinge aus einer knollenartigen Region zwischen Stamm und Wurzel. Bei einigen Pflanzen wird die Samenkeimung erst durch Einwirkung hoher Temperaturen in Gang gesetzt, ähnlich wie bei den in unseren Breiten vorkommenden Frostkeimern durch tiefe Temperaturen.
 
 
Tiergeographisch nimmt Australien eine Sonderstellung ein. Seine eigenständige Fauna ist v. a. gekennzeichnet durch das Fehlen sonst weitverbreiteter Tiergruppen und durch das Vorkommen reich differenzierter primitiver Gruppen (»Land der lebenden Fossilien«). Australien wird daher (mit Neuguinea, Tasmanien, Neuseeland und den Inseln im Südwestpazifik) den Faunen der anderen Landgebiete als Notogäa gegenübergestellt, innerhalb deren die Tierwelt Australiens (mit Neuguinea und Tasmanien) die australische Subregion darstellt.
 
Die Säugetierfauna Australiens ist besonders kennzeichnend. Ihr fehlen mit Ausnahme von Fledermäusen und einer Anzahl kleiner, zu den Mäusen (Muridae) gehörenden Nager alle plazentalen Säuger (Dingo und Papuaschwein sind nicht endemisch, sondern durch Menschen eingeführt worden). Statt dessen lebt hier eine weit mehr als 100 Arten umfassende Beuteltierfauna, die überaus formenreich ist und die sich alle Lebensbereiche erschlossen hat. Charakteristisch sind v. a. Kängurus mit mehr als 50 Arten, Kletterbeutler (mehr als 40 Arten), zu denen u. a. Kusu, Gleitbeutler, Streifenbeutler und Koala gehören, Ameisenbeutler (einzige Art: Numbat), Beutelmäuse und Beutelmarder. Daneben kommen hier die letzten Vertreter der primitiven Kloakentiere (Schnabeltier und Ameisenigel) vor.
 
Die Vögel sind durch großen Formenreichtum und 12 endemischen Familien (z. B. Emus, Leierschwänze, Honigfresser) charakterisiert. Besonders vielfältig entwickelt haben sich Tauben, Papageien (über 300 Arten) und Eisvögel; Geier, Spechte und Flamingos fehlen ganz.
 
An Reptilien findet man besonders häufig Geckos, Agamen und Skinke sowie mit rd. 20 Arten vier Fünftel aller Warane. Endemisch in Australien und Neuguinea sind die Flossenfüßer (Pygopodidae). Von den über 100 Schlangenarten gehören rd. 60 % zu den Giftnattern (Elapidae; u. a. Taipan, Todesotter).
 
Die Amphibien sind in Australien ursprünglich nur durch Frösche (Südfrösche [Leptodactylidae], Laubfrösche [Hylidae], Echte Frösche [Ranidae] mit einer Art) vertreten. Die Agakröte wurde erst 1935 aus Mittel- und Südamerika eingeführt.
 
Vertreter der Wirbellosen sind u. a. Megascolides australis, mit über 3 m Länge der größte Regenwurm, Trichternetzspinne (Atrax robustus) und Rotrückenspinne (Latrodectus mactrans; beide giftig) sowie die Kompasstermite (Amitermes meridionalis), die ihre Bauten immer in Nord-Süd-Richtung anlegt.
 
 
Australien wurde in der letzten Kaltzeit besiedelt. Die Ausbreitung des Menschen von Asien nach Australien wurde durch den zu dieser Zeit sehr niedrigen Meeresspiegel begünstigt; es bestand zwar niemals eine Landbrücke zwischen Asien und Australien, doch die trennenden Wasserstraßen waren so schmal, dass sie in der Altsteinzeit vom Menschen überwunden werden konnten.
 
Etwa 43 000 bis 47 000 Jahre alt sind Steinwerkzeuge, die in Penrith, einem Vorort von Sydney, gefunden wurden. Spuren menschlicher Besiedlung aus der Zeit um 30 000 v. Chr. entdeckte man am Ufer des Mungosees (Reste einer Brandbestattung). In der Koonaldahöhle an der australischen Südküste wurde erstmals vor 25 000 Jahren Feuerstein abgebaut; hier finden sich die ältesten Felsbilder (einfache Ziermotive) Australiens. Aus der Kenniffhöhle im südlichen Queensland stammen Überreste aus der Zeit um 14 000 v. Chr. Mit spätpaläolitischen Funden Eurasiens lässt sich das Kulturinventar der Höhle Devil's Lair, nördlich von Kap Leeuwin, Südwestaustralien (um 10 000 v. Chr.), vergleichen. Die Geräte aus Feuersteinabschlägen und -kernen (u. a. »Pirrispitzen« für Speere) sind ebenso primitiv wie die ungegenständlichen Kratzmuster an Felswänden. Nur bei Oenpelli (Arnhemland) kommen ab 20 000 v. Chr. Felssteingeräte mit geschliffener Schneide hinzu, die ältesten dieser Art auf der Erde.
 
Tasmanien, ursprünglich ein Teil des Kontinents, wurde durch die sich um 8 000 v. Chr. bildende Bass-Straße von Australien getrennt; in der Folgezeit blieb die Kultur auf der neu entstandenen Insel im Wesentlichen auf dem Stand der australischen Frühzeit stehen.
 
Der Bumerang ist seit 8000 v. Chr., der Dingo, ein verwilderter Haushund, mindestens seit 6000 v. Chr. belegt. Die für Australien typischen Felsbilder mit Tier- und Menschendarstellungen haben nach Radiokarbonmessungen zum Teil ein Alter von 5 000 Jahren; sie bezeugen eine geistige Kultur, die bei den Ureinwohnern bis in die Gegenwart lebendig geblieben ist. Etwa ab 4000 v. Chr. erscheinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten überall auf dem Kontinent Geräte der »small tool tradition« mit geschliffener Schneide sowie mikrolithische Klingen und andere Feuersteingerättypen, die in Holzgriffe und -schäfte eingesetzt waren. Wohl von Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. datieren die stilisierten roten Menschenfiguren, wahrscheinlich aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. die Tierdarstellungen im »Röntgenstil« (Einzeichnung des Knochengerüsts u. a. Details).
 
Über längere Zeit besiedelte und gut untersuchte Fundstellen wie die Kenniffhöhle zeigen einerseits, dass archaische Gerättypen neben neueren weiterbenutzt worden sind, andererseits auch, dass sich die Fähigkeit, Steingeräte herzustellen, in den letzten beiden Jahrtausenden allmählich zurückentwickelte. Zur Zeit der Entdeckung Australiens bestanden Waffen und Geräte der Ureinwohner meist aus Holz. So primitiv die in alt- und mittelsteinzeitlichen »Inseln« bis heute fortbestehende vorgeschichtliche Kultur wirkt, verrät sie doch eine wirksame Anpassung an die extremen Lebensbedingungen in diesem Kontinent (Australier).
 
Literatur: Australien (Staat).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Australien und Südsee: Entdeckung und Erkundung von Paradies und Hölle
 
II
Australien,
 
 
 
Fläche: 7,69 Mio. km2
 
Einwohner: (1999) 18,87 Mio.
 
Hauptstadt: Canberra
 
Amtssprache: Englisch
 
 
Währung: 1 Australischer Dollar ($A) = 100 Cents (c)
 
Zeitzone: 1900 Perth, 2030 Adelaide (Sonderzeit), 2100 Sydney = 1200 MEZ
 
englisch Australia [ɔs'treɪljə], amtlich Commonwealth of Australia ['kɔmənwelθ ɔv ɔs'treɪljə], deutsch Australischer Bund, Bundesstaat, der das australische Festland, die Insel Tasmanien und kleinere Inselgruppen vor den Küsten umfasst; er liegt zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean und ist, abgesehen vom Inselstaat Neuseeland im Südosten, nur über den Malaiischen Archipel im Norden anderen Staaten benachbart (Papua-Neuguinea, Indonesien, Malaysia); 7 692 030 km2, (1999) 18,87 Mio. Einwohner, Hauptstadt ist Canberra, Amtssprache Englisch. Währung: 1 Australischer Dollar ($A) = 100 Cents (c). Zeitzonen: Interkontinentale Zeit (Western Australia): 1900 Perth = 1200 MEZ, Südaustralische Zeit (South Australia, Northern Territory): 2030 Adelaide = 1200 MEZ, Ostaustral. Zeit (Ostaustralien): 2100 Sydney = 1200 MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 9. 7. 1900 (in Kraft seit 1. 1. 1901; mehrfach geändert) ist Australien eine bundesstaatliche parlamentarische Monarchie innerhalb des Commonwealth of Nations. 1986 wurden mit der Unterzeichnung der »Australia Act« die verfassungsgemäßen Bindungen zwischen Australien und Großbritannien fixiert. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch (Elisabeth II.), vertreten durch einen Generalgouverneur. Die Legislative liegt beim Bundesparlament, bestehend aus der britischen Krone, dem Repräsentantenhaus (148 in Einerwahlkreisen nach Mehrheitswahlsystem für 3 Jahre gewählte Abgeordnete) und dem Senat (76 Mitglieder, je 12 pro Bundesstaat und je 2 pro Northern Territory beziehungsweise Australian Capital Territory nach einem Verhältniswahlsystem für 6 Jahre gewählt; die Hälfte der Senatoren muss sich alle 3 Jahre Neuwahlen stellen). Der Bund hat ausschließliche (z. B. Auswärtiges, Verteidigung, Post, Zölle) und konkurrierende (z. B. Steuern, Wirtschaft, Sozialwesen) Gesetzgebungskompetenzen. Gesetze kommen nur mit Zustimmung beider Häuser zustande; Verfassungsänderungen bedürfen zusätzlich einer Volksabstimmung. Die Exekutivgewalt liegt nominell beim Generalgouverneur, dem ein Exekutivrat zur Seite steht. Tatsächlich bildet der vom Generalgouverneur aus der Parlamentsmehrheit ernannte Premierminister mit seinem Kabinett die Regierung. Sie ist dem Parlament verantwortlich. Das parlamentarische Verfahren und die Regierungsbildung entsprechen britischen Verfassungsbrauch. Das Oberste Bundesgericht (High Court) ist zugleich oberstes Berufungsgericht und Verfassungsgerichtshof. Die Möglichkeit der letztinstanzlichen Berufung an den britischen Staatsrat (»Her Majesty in Council«) ist ebenfalls mit der »Australia Act« 1986 aufgehoben worden.
 
Parteien:
 
Auf der Basis einer parlamentarischen Demokratie existiert in Australien ein Mehrparteiensystem. Einflussreichste Parteien sind die Australian Labor Party (Australische Arbeiterpartei; ALP), die liberalkonservative Liberal Party of Australia (Liberale Partei; Lib.), die mehr konservative, stark an agrarischen Interessen ausgerichtete National Party of Australia (Nationale Partei; NCP; früher National Country Party) sowie die Australian Democrats Party (Partei australischer Demokraten; ADP).
 
 
Zu dem sehr komplexen Gewerkschaftssystem gehören neben landesweit tätigen auch regionale und lokale Organisationen. Der Australian Council of Trade Unions ist Dachverband von etwa 78 Gewerkschaften.
 
 
Auf dem Wappen (seit 1912) befinden sich innerhalb eines Hermelinbordes im geteilten und zweimal gespaltenen Feld die Abzeichen der sechs Bundesstaaten: New South Wales (in Silber ein mit vier goldenen Sternen und einem goldenen Leoparden belegtes rotes Kreuz); Victoria (in Blau das silberne Kreuz des Südens, überhöht von der britischen Reichskrone); Queensland (in Silber ein blaues Malteserkreuz, belegt mit der britischen Reichskrone); South Australia (in Gold ein australischer Singwürger); Western Australia (in Gold ein schwimmender schwarzer Schwan); Tasmania (in Silber ein roter Löwe); darüber der goldene Commonwealth-Stern; Schildhalter: Känguru und Emu; als Basis dienen zwei Wattlezweige (australische Akazienart Acacia mearnsii). - Flagge: britische blaue Flagge mit zusätzlichem Commonwealth-Stern und dem Sternbild Kreuz des Südens.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertag ist der 26. 1. (»Australia Day«, zur Erinnerung an die Landung des ersten Sträflingstransports im Port Jackson 1788).
 
 
Australien ist in sechs Bundesstaaten (»states«) und zwei Bundesgebiete (das Northern Territory und das Australian Capital Territory) gegliedert. Jeder Bundesstaat verfügt über eine eigene Verfassung, die in Übereinstimmung mit der Bundesverfassung stehen muss, sowie über eigene Legislativ- (Parlament) und Exekutivorgane (Regierung). In jedem Staat amtiert ein Gouverneur als Repräsentant der britischen Krone. Die Bundesstaaten sind zuständig für die innere Verwaltung einschließlich der Durchführung der Bundesgesetze. Dem Northern Territory (1978) und dem Australian Capital Territory (1988) wurden durch Bundesgesetz weitgehende Selbstverwaltungsrechte übertragen (Einkammerparlamente, eigene Regierung).
 
Externe Territorien unter australischer Verwaltung sind: Ashmore and Cartier Islands, Australian Antarctic Territory, Christmas Island, Kokosinseln, Coral Sea Islands, Heard-Insel und McDonald-Inseln, Norfolk-Insel.
 
 
Das bürgerliche Recht beruht weitgehend auf den Grundsätzen des englischen Rechts (Common Law), ergänzt oder abgeändert durch neue Gesetze, die ebenfalls am englischen Recht orientiert sind. Stärkere Abweichungen vom englischen Recht bestehen im Liegenschafts- und Arbeitsrecht. Die Gesetzgebungskompetenz für zivilrechtlichen Materien liegt noch weitgehend bei den Bundesstaaten. Es wird jedoch eine Vereinheitlichung des Zivilrechts durch »Uniform State Statutes« angestrebt. Der Bund besitzt die Gesetzgebungszuständigkeit u. a. für das Familienrecht und den gewerblichen Rechtsschutz. 1975 wurde ein neues Familiengesetzbuch (»Family Law Act«) erlassen. 1992 entschied das Oberste Bundesgericht (High Court), dass die Ureinwohner Australiens von jeher die rechtmäßigen Besitzer allen Bodens gewesen seien. Dieses Urteil zwang die Regierung zur Einführung neuer Gesetze (Landrechtsgesetzgebung) zur Regelung der Grundbesitzverhältnisse. Das Gerichtswesen liegt in der Zuständigkeit der Bundesstaaten und Territorien.
 
 
Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee beträgt 58 000 Mann. Das Heer (im wesentlichen aus einer verstärkten Division bestehend) hat 26 000, die Luftwaffe 17 500, die Marine 14 500 Soldaten. Die Ausrüstung umfasst u. a. 103 Kampfpanzer Leopard 1, etwa 100 Kampfflugzeuge (darunter 32 F-111-Bomber und 55 F-18-Jagdflugzeuge), 4 U-Boote, 11 Zerstörer/Fregatten sowie 17 Kleine Kampfschiffe.- Das Land verwendet etwa 8 % der Staatsausgaben für die Verteidigung.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Landesnatur:
 
Australien (Erdteil).
 
 
Die Ureinwohner Australiens sind die Aborigines (Australier); sie bilden zusammen mit den Inselbewohnern der Torresstraße (Torres Strait Islanders) eine ethnische Minderheit von (1994) rd. 300 000 Menschen, davon sind etwa 270 000 Mischlinge. Ihre traditionelle Lebensweise wird meist nur noch in den Reservaten bewahrt. Im Kontakt mit der europäischen Zivilisation erfolgte ein fortschreitender Verlust und Verfall ihrer eigenen Kultur und aufgrund von Benachteiligung häufig eine soziale Verelendung. Zum Schutz der Kultur der Aborigines, zu der sich auch immer mehr Mischlinge bekennen, wurden Gesetze erlassen.
 
Die Mehrheitsbevölkerung wird durch die Einwohner europäischer Abstammung (96 %) gestellt. Ihre Einwanderung begann 1788, nachdem Australien von Großbritannien in Besitz genommen worden war. Nach den Briten bildeten Deutsche (verstärkt seit 1838) die zweitgrößte Einwanderergruppe in Australien bis zum Ersten Weltkrieg. Seit 1860 betrieb Großbritannien eine kontrollierte Einwanderungspolitik (»White Australia Policy«), die vom Australischen Bund (Gründung 1901) de facto fortgesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Einwanderung von Europäern aktiv gefördert.
 
Die Einwanderung von Nichteuropäern, besonders Asiaten, wurde soweit wie möglich eingeschränkt. Die heute in Australien lebenden Asiaten, zumeist Chinesen und Inder, sind in der Mehrzahl Nachkommen von Kontraktarbeitern, die bereits vor mehr als 100 Jahren ins Land kamen. Unter den in der Gegenwart zugewanderten Asiaten stellen die Vietnamesen (»Boatpeople«) das größte Kontingent. Aborigines und Asiaten besitzen die vollen Bürgerrechte. Den überwiegenden Anteil an der Bevölkerung haben die Einwohner britischer und irischer Abstammung. 1992 waren 23 % der Bevölkerung nicht in Australien geboren.
 
Die Geburtenrate lag 1993 bei 15 ‰, die Sterberate bei 7 ‰, sodass sich ein natürlicher Bevölkerungszuwachs von 8 ‰ ergab; die Einwanderung betrug 76 330 Menschen, wovon nur noch 25 % aus Europa kamen.
 
Die Bevölkerungsverteilung ist sehr ungleich. Klima und Landesnatur bedingen eine starke Konzentration der Bevölkerung in den Randgebieten im Südosten und Südwesten; mehr als ¾ der Bevölkerung leben in den Bundesstaaten New South Wales, Victoria und Queensland. Auf den größten Teil des Kontinents entfallen damit nur 6 % der Einwohner. Die Halbwüsten des Innern sind fast völlig menschenleer. In den Weidegebieten des tropischen Norden liegt die Bevölkerungsdichte vielfach unter 10 Einwohner auf 1 000 km2. Selbst in den Vorzugsräumen ist die Dichte im ländlichen Bereich selten höher als 8 Einwohner auf 1 km2. Nur die Städte und ihr Umland weisen höhere Werte auf. Die Bevölkerung Australiens ist hochgradig verstädtert, etwa 85 % der Australier leben in städtischen Siedlungen.
 
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich die Gesellschaft aus drei Gruppen zusammen: Die Unterschicht bestand aus Sträflingen, die Mittelschicht aus entlassenen Strafgefangenen und die Oberschicht aus Verwaltungsbeamten und Grundbesitzern. Erst mit dem »Gold rush« von 1851, der größere Gruppen verschiedenster sozialer Herkunft ins Land brachte, gerieten die Sträflinge in die Minderheit. Als der Goldbergbau seine Bedeutung verlor, bildete sich eine breitere Mittelschicht aus Handwerkern und Kaufleuten heraus. Im Gefolge der weiteren Wirtschaftsentwicklung und der Siedlungsexpansion in die bis dahin leeren Räume entstand ein latenter Mangel an Arbeitskräften. Im Interesse des sozialen Friedens entschied man sich gegen die Anwerbung asiatischer Arbeitskräfte. Die europäischen Einwanderer wurden ohne Schwierigkeiten in die bestehende Gesellschaft eingegliedert. Der Bildung isolierter nationaler Gruppen wurde entgegengesteuert; eine verstärkte Segregation ethnischer Gruppen ist erst in jüngster Zeit festzustellen. Der größte Teil der Einwanderer wurde von der Industrie, dem Baugewerbe und der expandierenden Tertiärwirtschaft aufgenommen. Der stark rationalisierte Bergbau hat nur eine geringe Arbeitskräftenachfrage. Die Landwirtschaft setzt seit geraumer Zeit Arbeitskräfte frei. Mit dem Anschluss Australiens an die wirtschaftliche Entwicklung der westlichen Industrieländer erfolgte gleichzeitig eine Anpassung an deren Sozialstrukturen. So ist die australische Gesellschaft heute mit ähnlichen Problemen wie die europäischen Länder konfrontiert, z. B. auch mit der Arbeitslosigkeit.
 
 
Rd. 73 % der Bevölkerung sind Christen, davon gehören nach eigenen Angaben (Volkszählungen 1981 und 1986) 26,1 % der katholischen, 23,9 % der anglikanischen und rd. 20 % verschiedener protestantischer Kirchen an. Jeweils 11 % bezeichneten sich als nichtreligiös beziehungsweise beantworteten die Frage nach dem religiösen Bekenntnis nicht. Spiegelte die Konfessionszugehörigkeit bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts weitgehend die ethnisch-konfessionellen Verhältnisse des britischen Mutterlandes wider (Anglikaner englischer, Katholiken vorwiegend irischer, Presbyterianer schottischer und Methodisten walisischer Herkunft), hat sich die Konfessionsstruktur seit 1945 durch die Einwanderung aus Europa und Asien etwas verschoben, sodass besonders die Zahl der orthodoxen Christen gewachsen ist (heute 3-4 % der Bevölkerung). Die jüdische Gemeinschaft zählt rd. 100 000 Mitglieder; die Zahlen der Muslime und Buddhisten werden mit 77 000 und 35 000 angegeben. Innerhalb der Aborigines ist v. a. seit den 80er-Jahren eine bewusste Rückbesinnung auf die Wurzeln, Werte und (religiösen) Vorstellungen der eigenen Kultur zu verzeichnen.
 
Staat und Kirche sind grundsätzlich getrennt. Dennoch genoss die anglikanische Kirche lange einen besonderen Status. Kirchenrechtlich gehörte sie bis 1962 zur englischen Staatskirche, seitdem unabhängige Partikularkirche der anglikanischen Kirchengemeinschaft (»Provinz Australien«).
 
 
Es besteht Schulpflicht vom 6. bis 15. (in Tasmania 16.) Lebensjahr. Die Analphabetenquote beträgt 1 %. In den Bundesstaaten ist deren Regierung für das Bildungswesen zuständig, sonst die Commonwealth-Regierung, die aber auch Einrichtungen in den Bundesstaaten erheblich mitfinanziert. Neben den staatlichen Schulen besteht eine größere Anzahl privater Schulen (zu mehr als 80 % von der römisch-katholischen Kirche betrieben), die zum Teil ebenso wie erstere kostenlos besucht werden können. Kinder in abgelegenen Gebieten können in Internaten, durch Korrespondenz-Schulen oder - seit 1950 - durch »Schools of the Air« (per Sprechfunk) unterrichtet werden. Der Besuch von tertiären Bildungsinstitutionen wird seit 1974 auf breiter Basis finanziell unterstützt; 1988 wurde das zweigleisige System von Universitäten und Fachhochschulen (Colleges) durch ein einheitliches, bundesweites ersetzt. Für die Ausbildung der Aborigines wurden - unter Mitwirkung der National Aboriginal Education Committees (NAEC) - in den letzten Jahren Programme für alle Bildungsstufen erarbeitet; seit 1982 hat sich die Zahl der an Universitäten u. a. Hochschulen studierenden Aborigines mehr als vervierfacht.
 
 
Presse: Es herrscht Pressefreiheit; einzelne Vorschriften sind in den jeweiligen Bundesstaaten unterschiedlich. Wenige große Mehrmedienunternehmen kontrollieren die Märkte der Presse (sowie des Buchs und des privaten Rundfunks): die »News Corporation Limited« von K. R. Murdoch, u. a. mit der überregionalen Zeitung »The Australian« mit mehreren Lokalausgaben, dem »Advertiser«, dem »Daily Telegraph Mirror«, Sydney, Zeitschriften sowie Fernsehgesellschaften; »The John Fairfax & Sons Limited«, Sydney, u. a. mit »The Sun-Herald«, »The Sydney Morning Herald«, »The Age«, der Wirtschaftszeitung »Australian Financial Review«, Sydney, sowie Rundfunkgesellschaften; die »ACP Publishing Limited« (früher Consolidated Press) mit »The Bulletin« u. a. Magazinen; die Unternehmen »The Herald and Weekly Times Limited«, Melbourne, und »David Syme & Company Limited«. - Nachrichtenagentur: »AAP (Australian Associated Press) Information Services«, Sydney, gegründet 1983. - Rundfunk: Die »Australian Broadcasting Authority« fungiert als unabhängige Kontrollinstanz. Eine staatliche, mehrere öffentliche und zahlreiche private Rundfunkgesellschaften verbreiten Hörfunk- und Fernsehprogramme. 1983 wurde die unabhängige, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt »Australian Broadcasting Corporation (ABC)« errichtet. Sie betreibt landesweiten Hörfunk, einen Überseedienst »Radio Australia«, Sitz Victoria, in englischer, französischer und mehreren asiatischen Sprachen sowie einen landesweiten Fernsehdienst. Mehr als 150 private Hörfunkgesellschaften und rd. 50 private Fernsehgesellschaften verbreiten Lokal- und Regionalprogramme. Weitere öffentliche Hörfunkdienste werden von Gemeinden, Stiftungen, Bildungs- und Sozialeinrichtungen betrieben. Es gibt fünf große Fernsehnetze (neben ABC die privaten »Channel Five«, »Channel Nine« und »Channel Ten« sowie den öffentlich-rechtlichen »Special Broadcasting Service/SBS«). 1994 wurden zehn Pay-TV-Kanäle eingeführt.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Australien hatte trotz seiner frühen Unabhängigkeit im Jahre 1901 lange Zeit den Charakter eines kolonialen Agrarlandes und war in seiner Wirtschaftsstruktur weitgehend auf die Bedürfnisse Großbritanniens ausgerichtet. Erst die Isolation während der beiden Weltkriege führte zum Aufbau einer eigenen industriellen Produktion. Der Übergang zu einer hoch entwickelten industrialisierten Volkswirtschaft erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg und schritt bis Mitte der 70er-Jahre zügig voran. Als OECD-Mitglied zählt Australien zur Gruppe der westlichen Industrieländer. Seine Bedeutung in der Weltwirtschaft beruht sowohl auf seiner Rolle als einer der weltgrößten Lieferanten landwirtschaftlicher und mineralischer Rohstoffe als auch als Absatzmarkt für Industrieerzeugnisse. Der Anteil am Welthandel, gemessen an den Einfuhren wie auch an den Ausfuhren, beträgt (1993) 1,2 %; Australien zählt damit zu den 20 führenden Welthandelsnationen. Durch seine reichen Rohstoffvorkommen ist Australien v.a. in der Nahrungsmittel- und Energieversorgung in hohem Maße autark, jedoch konjunkturell stark abhängig von Preisschwankungen auf den Weltrohstoffmärkten. Das marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem war geprägt durch staatliche Eingriffe, einflussreiche Gewerkschaften und einen starken Protektionismus zum Schutz der heimischen Industrie vor ausländischer Konkurrenz (z. B. durch Schutzzölle und Kontingente). Dies hatte zur Folge, dass die australische Industrie weitgehend auf den Binnenmarkt ausgerichtet war und international als nicht wettbewerbsfähig galt. Seit der Regierungsübernahme der Australian Labor Party im Jahre 1988 wurden die protektionistischen Maßnahmen deutlich gelockert. Das BSP pro Kopf der Bevölkerung lag 1994 bei 17 980 US-$ und ist damit etwas niedriger als das von Großbritannien.
 
 
Die Landwirtschaft war lange Zeit der wichtigste Wirtschaftssektor und wurde erst Mitte der 60er-Jahre durch die Erschließung der reichen Bodenschätze als größter Devisenbringer abgelöst. Bis Anfang der 50er-Jahre lag der Anteil der Agrarausfuhren an den australischen Exporterlösen bei über 80 %, 1994 nur noch bei 21 %. Der Anteil der Landwirtschaft am BIP verringerte sich von (1980) 5,5 % auf (1993) 3 %.
 
Rd. 60 % der Fläche (460 Mio. ha) von Australiens werden landwirtschaftlich genutzt. Aufgrund von Wassermangel ist der überwiegende Teil der Fläche (414 Mio. ha) nur für extensive Weidewirtschaft geeignet. Der Anbau von Feldfrüchten erfolgt auf nur rd. 2 % der Gesamtfläche (17,3 Mio. ha), hauptsächlich auf einem 300-400 km breiten Küstenstreifen im Südwesten, Osten und Norden, der sehr intensiv genutzt wird. Im Feldanbau konnten die Erträge durch planmäßige Verbesserung des Bodens, Ausweitung der Bewässerung, hohen Mechanisierungsgrad, Schädlingsbekämpfung und Auswahl geeigneten Saatgutes deutlich gesteigert werden. Die Ernteergebnisse lagen 1993 um mehr als 50 % über denen von 1980; sie werden jedoch durch Dürreperioden immer wieder zum Teil erheblich beeinträchtigt. Hauptanbauprodukte sind Weizen (1994: 9,5 Mio. ha; 16,9 Mio. t) und Zuckerrohr (1994: 340 000 ha; 32 Mio. t; Rohzucker: 4,3 Mio. t), von denen je rd. 80 % exportiert werden. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Baumwolle, Sorghumhirse, Reis, Kartoffeln, Tabak und Hopfen. Obst (Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Äpfel, Birnen) wird sowohl frisch als auch in Konserven exportiert. Weintrauben (1993: 882 500 t) werden zu rd. einem Viertel zu Trockenfrüchten und zu etwa 70 % zu Wein und Weinbrand verarbeitet und ebenfalls größtenteils exportiert.
 
Ein Schwerpunkt der Agrarwirtschaft ist die Viehhaltung. Reine Viehzuchtbetriebe, z. B. in Western Australia, erreichen Größen von bis zu 400 000 ha. Australien verfügt über einen der größten Viehbestände der Erde; hauptsächlich betrieben werden Schafzucht (1994: 136,1 Mio. Schafe; Anteil am Weltbestand 12,4 %) und Rinderhaltung (1994: 24,6 Mio. Rinder; Anteil am Weltbestand 1,9 %) als Grundlage einer bedeutenden Produktion von Fleisch- und Molkereierzeugnissen. Mit (1994) 800 800 t, das sind 29,6 % der Weltproduktion, ist Australien der größte Wollerzeuger. Rd. 95 % der jährlichen Wollproduktion werden, meist als Rohwolle, exportiert. Mit (1994) 788 000 t ist Australien auch größter Exporteur von Rindfleisch und mit 221 000 t zweitgrößter Exporteur von Schaffleisch hinter Neuseeland.
 
 
Die wirtschaftlich nutzbaren Wälder (rd. 30 % der gesamten Waldfläche von 41 Mio. ha) liegen v. a. in den feuchten Küstengebieten und den küstennahen Gebirgen. Sie decken rd. 70 % des Bedarfs an Nutzholz für die Holz verarbeitende Industrie (Fichten, Pinien, Akazien, Eukalyptus).
 
 
Die Fischereiwirtschaft ist trotz reicher Fischvorkommen und der drittgrößten Fischereizone der Welt von relativ geringer Bedeutung. Die Fangmenge belief sich (1994) auf 205 100 t (Fische, Krustentiere, Muscheln). Von den Fischereiexporten gingen rd. 60 % nach Japan und Taiwan.
 
 
Die wirtschaftliche Entwicklung Australiens ist eng mit dem Bergbau verbunden. Der erste Boom wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch Goldfunde in Victoria und New South Wales ausgelöst. Die Bedeutung der Goldförderung ist seither zurückgegangen; durch planmäßigen Abbau gehört Australien aber immer noch zu den größten Goldproduzenten der Welt (1993: 248,1 t; 10,9 % der Weltförderung). Nach dem Zweiten Weltkrieg führte eine intensive Exploration zur Entdeckung neuer Lagerstätten u. a. von Kohle, Erdgas, Erdöl, Uran, Diamanten und Sänden mit Schwermineralen (Rutil, Zirkon, Ilmenit, Monazit) und löste einen Bergbauboom aus, der bis zum Verfall der internationalen Rohstoffpreise Anfang der 80er-Jahre anhielt. Australien ist weltweit größter Produzent von Bauxit (1993: 41,3 Mio. t; 36,3 % der Welterzeugung), Aluminiumerz (1993: 12,6 Mio. t; 35,8 %) und Bleierz (1993: 514 000 t; 18,8 %), zweitgrößter Produzent von Zinkerz (1993: 990 000 t; 14,4 %), viertgrößter Produzent von Eisenerz (1993: 120,5 Mio. t; 12,9 %) und viertgrößter Nickelproduzent (1993: 71 400 t; 8,5 %). Die größten Vorkommen an Bauxit befinden sich bei Weipa (Queensland), der Darling Range (Western Australia) und auf der Gove-Halbinsel (Northern Territory); der Eisenerzabbau konzentriert sich auf die Lagerstätten im Gebiet Pilbara (Western Australia). Mit (1994) 2 751 t Uranerz ist Australien drittgrößter Produzent (10 % der Weltproduktion ohne ehemalige RGW-Staaten) und besitzt mit 517 000 t die größten Reserven (v. a. in der Region Alligator River im Northern Territory und Stuart Shelf in South Australia). Weitere wichtige Bergbauerzeugnisse sind Silber, Zinn-, Mangan- und Kupfererz; in Australien lagern (1993) rd. 51 Mrd. t Steinkohle (v. a. in Queensland und New South Wales), d. h. 7 % der Weltvorräte, und 41 Mrd. t Braunkohle (v. a. in Victoria). Australien besitzt außerdem die weltweit größten Diamantenfelder (Produktion 1993: 41,9 Mio. Karat; 40,8 % der Weltförderung); als die größte Tagebaumine für Rohdiamanten der Welt (rd. 36 % der Weltförderung, hauptsächlich für industrielle Zwecke) gilt die Argyle-Mine in Western Australia. Bedeutend für die Schmuckindustrie sind die reichen Vorkommen an Opalen und Saphiren. Die größten Absatzmärkte für Bergbauerzeugnisse sind Japan und die USA.
 
 
Durch seine reichen Energiereserven ist Australien in der OECD-Ländergruppe einer von nur fünf Netto-Energie-Exporteuren. Ausgeführt werden hauptsächlich Kohle und Uran sowie zunehmend flüssiges Erdgas und leichtes Rohöl. Importiert wird schweres Erdöl. Mehr als zwei Drittel des Bedarfs an Erdöl können aus eigenen Quellen gedeckt werden; die Produktion betrug 1994: 23,3 Mio. t (weltweit 26. Rang). Wichtigste Energieträger sind Kohle (1992: 45,5 % des Primärenergieverbrauchs), Mineralöl (35,5 %) und Erdgas (17,5 %). Die Kraftwerkskapazität beträgt (1993) 35,6 Mio. kW, die Stromerzeugung lag (1993) bei 152 426 Mio. kWh (88 % fossile Brennstoffe, 11 % Wasserkraft). Die Nutzung von Sonnenenergie ist in Australien weit verbreitet; v. a. Farmen in abgelegenen Gebieten nutzen Solarzellen, um Radiostationen und Farmeinrichtungen zu betreiben. Australien hat keine Kernkraftwerke.
 
 
Während landwirtschaftliche und mineralische Rohstoffe die wichtigsten Devisenbringer sind, liefern der sekundäre Wirtschaftssektor (verarbeitendes Gewerbe, Energiewirtschaft und Baugewerbe) mit (1993) 27 % und der tertiäre Sektor (Dienstleistungen) mit 67 % den größten Beitrag zum BIP. Im verarbeitenden Gewerbe erzielen insgesamt (1992) 906 900 Beschäftigte einen Umsatz von 168,0 Mrd. $A. Die meisten Beschäftigten und die höchsten Umsätze hat die Nahrungs- und Genussmittelindustrie; an zweiter Stelle liegt nach Umsatz und Beschäftigten die Metallbearbeitung und -verarbeitung, an dritter Stelle der Maschinenbau und die chemische Industrie einschließlich Mineralöl- und Kohleverarbeitung. In der Fahrzeugindustrie haben vier der zwölf größten Hersteller (Ford, General Motors, Mitsubishi und Toyota) eigene Produktionsstätten in Australien. Jährlich werden rd. 300 000 Fahrzeuge produziert und drei Viertel des heimischen Marktes abgedeckt. Weitere wichtige Industriezweige sind die Papier- und Pappeverarbeitung sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie. Die meisten Betriebe des verarbeitenden Gewerbes befinden sich im Südosten, in New South Wales (1992: 34 % der Industriebeschäftigten) und in Victoria (33 %), Hauptindustriezentren sind die Städte Sydney, Melbourne und Adelaide.
 
 
Sie war bis Mitte der 60er-Jahre stark auf Großbritannien ausgerichtet. Wichtigste Exportregion ist heute Asien mit einem Anteil von (1993) 60 % an den Gesamtausfuhren. Hauptabnehmerländer für australische Produkte sind Japan (1993: 25 %), die USA (8,1 %) und Neuseeland (5,5 %), gefolgt von Süd-Korea und Singapur. Der Anteil der EU lag bei 11,6 % (Großbritannien: 3,9 %, Deutschland: 1,6 %). Die Importe kamen 1993 hauptsächlich aus den USA (21,8 %), Japan (18,7 %) und Europa (19,5 %; Großbritannien und Deutschland je 5,7 %) sowie aus Neuseeland. Die Güterausfuhren erreichten 1993 60,8 Mrd. $A (15 % des BIP). Exportiert werden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und mineralische Rohstoffe (Wolle, Kohle, Gold), deren Anteil an den Exporterlösen (1993) bei 49 % lag, gefolgt von Nahrungsmitteln und Tieren (Rindfleisch, Schafe) mit 20 %. Der Anteil der Zwischenprodukte mit einem meist geringen Verarbeitungsgrad lag bei rd. 12 %. Investitionsgüter und industrielle Endprodukte erreichten einen wertmäßigen Anteil von knapp 20 %; größter Abnehmer ist hier Neuseeland. Die Importe lagen 1993 bei 59,6 Mrd. $A. Wichtigste Einfuhrgüter sind Fahrzeuge und Maschinen mit einem Anteil von 44 % am Importwert. Dienstleistungsexporte (v. a. Transporte), Einnahmen aus internationalem Tourismus und Finanzdienstleistungen spielen zunehmend eine Rolle. Aufgrund seiner starken Außenhandelsabhängigkeit tritt Australien seit 1991 für einen deutlichen Abbau der weltweiten Agrarsubventionen ein, v. a. in der EU, den USA und in Japan (Cairnes-Gruppe). Zur Ausweitung des regionalen Handels ist zwischen Australien und Neuseeland seit dem 1. 7. 1995 ein freier Warenaustausch möglich (ohne Zölle, Importrestriktionen u. a. Handelshemmnisse). Australien gehört außerdem der APEC an.
 
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Australiens verlief sehr wechselhaft: Zunächst erlebte Australien zu Beginn der 60er-Jahre einen kräftigen Rohstoffboom und eine zunehmende Abhängigkeit vom Weltmarkt; große Investitionen, z. B. in Erzminen, Kraftwerke und energieintensive Industrien, wurden vorwiegend mit ausländischer Hilfe getätigt. Der Verfall vieler Rohstoffpreise und Strukturkrisen in traditionellen Industriezweigen (z. B. Eisen- und Stahlindustrie), die australische Rohstoffe verarbeiten, hatten bei gleich hohem Importbedarf an Industrieerzeugnissen Mitte der 80er-Jahre hohe Leistungsbilanzdefizite und eine sehr hohe, v. a. durch private Kreditaufnahme bedingte Auslandsverschuldung zur Folge. Die zu Beginn der 90er-Jahre hinzukommende Rezession konnte erst 1993 überwunden werden. Eine leichte Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition wurde durch eine Abwertung des $A und maßvollere, am Produktivitätswachstum orientierte Lohnabschlüsse erreicht. Dadurch konnte die Industrie höhere Exporterfolge erzielen. 1994 wies Australien mit 4,3 % eine der höchsten BIP-Wachstumsraten in der OECD auf, die Inflationsrate lag 1994/95 bei 3,3 %. Als größte strukturelle Probleme der australischen Wirtschaft gelten weiterhin die hohe Arbeitslosenquote (1995: 8,7 %), die niedrige Sparquote der Privathaushalte (5,3 %), das chronische Leistungsbilanzdefizit (16,4 Mrd. $A) und die anhaltend hohe Auslandsverschuldung (Mitte 1994: 203 Mrd. $A).
 
Verkehr:
 
Das gut entwickelte Verkehrswesen ist geprägt durch die großen Entfernungen, die Konzentration der Bevölkerung in den Küstenräumen, besonders im Osten und Südosten, und durch die Insellage (große Bedeutung der Küsten- und Seeschifffahrt). Australien ist nur in geringem Umfang durch Eisenbahnlinien erschlossen. Neben den staatlichen Eisenbahnen (Streckenlänge 1993: 36 652 km) gibt es auch private, v. a. von Bergbauunternehmen betriebene Bahnen. Die Bundesstaaten New South Wales, Victoria, Queensland und Western Australia haben eigene staatliche Eisenbahnen mit jeweils unterschiedlichen Spurweiten, die v. a. von den Haupthäfen ins Landesinnere führen. Durchgehend befahrbare Strecken existieren nur im südlichen und östlichen Küstenbereich, von Brisbane über Sydney nach Melbourne und von Sydney über Broken Hill nach Perth (die einzige Ost-West-Verbindung). Eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung gibt es bislang nicht. Für den Frachtverkehr zwischen den einzelnen Bundesstaaten ist seit 1991 die Staatsbahn »Australian National Rail« zuständig. Das Frachtaufkommen staatlich betriebener Eisenbahnen lag 1993 bei 56,5 Mrd. tkm. Die Privatbahnen beförderten 35,8 Mrd. tkm, v. a. Eisenerz, Kohle und Zucker, zu den australischen Häfen. Straßenverkehr (Streckenlänge 1993: 816 447 km, davon rd. 36 % asphaltiert) und Flugverkehr haben sowohl für den Güter- als auch für den Personentransport große Bedeutung. Mit (1993) 456 PKW je 1 000 Einwohner zählt Australien zu den am stärksten motorisierten Ländern der Erde (6. Rang). Bezogen auf die Einwohnerzahl, gehört Australien zu den Ländern mit dem stärksten Luftverkehr. Wichtigste Fluggesellschaft ist die »Qantas Airways Limited«. Größte Bedeutung hat der inneraustralische Verkehr, der von fünf inneraustralischen Fluggesellschaften (1992/93: 18,6 Mio. Passagiere; 144 000 t Fracht) und von 49 Regionalfluggesellschaften (2,3 Mio. Passagiere; 2 600 t Fracht) betrieben wird. 1993 wurden 395 Flugplätze regelmäßig angeflogen, davon sind 11 internationale Flughäfen (u. a. Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Perth und Canberra). Der Schifffahrt im Küsten- und Überseeverkehr dienen 46 Seehäfen. Haupthäfen sind Sydney, Newcastle, Port Kembla, Melbourne, Geelong, Whyalla, Kwinana, Brisbane und Fremantle. Der gesamte Güterumschlag im Seeverkehr belief sich 1992 auf 352,9 Mio. t; dem Umschlag nach steht der Eisenerzexporthafen Port Hedland (Western Australia) an erster Stelle.
 
 
Zur Vorgeschichte sowie Entdeckung und Erforschung des australischen Kontinents Australien, Übersicht.
 
Als wahrscheinlich gilt, dass Portugiesen von ihrem Stützpunkt Timor aus bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Küstengebiete Australiens besuchten, denn auf einer um 1536 in Dieppe auf der Grundlage portugiesischer Unterlagen angefertigten Karte für den Kronprinzen von Frankreich (»Dauphin-Karte«) wurde ein großer Teil Australiens (Nord-, Nordwest- und Ostküste, allerdings ungenau) unter dem Namen »Java La Grande« eingezeichnet.
 
Nachdem im 17. Jahrhundert v. a. niederländische Seefahrer die Nord- und Westküste von Australien erkundet hatten und dieses den Namen »Neuholland« erhielt, erreichte J. Cook 1770 vom Pazifischen Ozean her die Südostküste des Kontinents, nahm sie für Großbritannien in Besitz und nannte das Gebiet New South Wales. Als die britische Regierung nach dem Verlust der nordamerikanischen Kolonien (1783) neue überseeische Gebiete erschließen wollte, die für die Deportation von Sträflingen geeignet waren, fiel ihre Wahl auf die neue Besitzung in Australien (1786). Hier, zunächst in der Botany Bay, dann in Port Jackson, landete im Januar 1788 die erste Flotte, die über 700 Sträflinge ins Land brachte. Bald wurde an dieser Stelle die Siedlung Sydney gegründet. Weitere Strafkolonien entstanden zunächst entlang der Küste, seit 1803 auch auf Van Diemen's Land, dem späteren Tasmanien. Ab 1793 wurde auch die Ansiedlung freier Kolonisten gestattet, um etwaigen französischen Aktivitäten zuvorzukommen (erste freie Siedler bereits seit 1790 in Australien). Die Deportationen wurden jedoch fortgesetzt (bis 1840 nach New South Wales, bis 1868 nach Western Australia). Insgesamt gelangten etwa 151 000 Sträflinge nach Ostaustralien, knapp 10 000 nach Westaustralien.
 
Mit der Überquerung der Blue Mountains 1813 und der darauf folgenden Erschließung des Hinterlandes begann eine Zeit wirtschaftlicher Blüte. Die Schafzucht, von den freien Siedlern eingeführt, begründete den Reichtum des Landes; 1820 setzte die Ausfuhr von Wolle nach Großbritannien ein. Etwa zur gleichen Zeit drangen Viehzüchter von Tasmanien her ins spätere Victoria vor (1835 Gründung von Melbourne), andere ins südliche Queensland. Seit 1829 wurde Western Australia, seit 1836 South Australia kolonisiert.
 
Anfangs regierte ein Gouverneur des Kolonialamts von New South Wales das gesamte Gebiet, bis 1825 Van Diemen's Land eigenständige Kolonie wurde (seit 1853 unter dem Namen Tasmania) und beiden eine begrenzte Selbstständigkeit zugestanden wurde. Die Selbstverwaltung wurde nach und nach ausgedehnt; durch den »Australian Colonies Gouvernment Act« von 1850 erlangten in den nächsten Jahren New South Wales, Victoria, Tasmania und South Australia die nahezu volle Unabhängigkeit mit parlamentarischer Verfassung. Queensland wurde 1859 von New South Wales abgetrennt, das Northern Territory 1863 von South Australia; Western Australia erhielt erst 1890 eine eigene Regierung. Mit dieser Entwicklung war die administrative Grundlage für den späteren Australischen Bund geschaffen.
 
Die Ureinwohner (Aborigines; Australier) wurden von den landnehmenden Europäern aus ihren Jagdgründen in unfruchtbare Gebiete abgedrängt, wo sie zum Teil an Seuchen und Hunger starben; in Tasmanien waren sie 1876 völlig ausgerottet. Erst im 20. Jahrhundert setzten staatliche Hilfs- und Förderungsmaßnahmen für die Aborigines ein.
 
Bis 1850 war die Entwicklung der Kolonien durch den Kampf zwischen Viehzüchtern und Farmern um billiges Land sowie durch den erheblichen Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet. Goldfunde 1851 (besonders in Victoria, das im selben Jahr eine eigenständige Kolonie wurde, und in New South Wales) verursachten einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen sehr starken Zustrom von Einwanderern vornehmlich städtischer Herkunft (die Bevölkerungszahl verdreifachte sich in zehn Jahren), was starke soziale Spannungen hervorrief. Gegen den Zwang zum Erwerb von Schürflizenzen in Victoria richtete sich ein von dem Iren P. Lalor geführter Aufstand bei Ballarat (»Eureka Stockade«), der am 3. 12. 1854 von Militär und Polizei blutig niedergeschlagen wurde. Missbehagen in den Kolonien gegenüber dem Mutterland paarte sich mit radikalen sozialistischen Vorstellungen aus der Alten Welt; viele Einwanderer hatten Europa im Gefolge der Revolution von 1848 verlassen. Die festgefügte Macht der herrschenden Viehzüchter mit ihrem Großgrundbesitz wurde durch die ständig zunehmende Bevölkerung der Großstädte infrage gestellt. Versuche einer Landreform (Landgesetze 1861 in New South Wales, 1862 in Victoria) verliefen erfolglos, wenn sich auch politische Erfolge für die Radikalen, besonders in Victoria, einstellten. Andere Bundesstaaten folgten dem Beispiel von Victoria in der Entwicklung des Transport- und Nachrichtenwesens, auch in der Sozialgesetzgebung. Auf einen inflationären Anstieg in den 70er- und 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts folgte eine Rezession, deren Auswirkungen sich noch durch anhaltende Trockenzeiten verstärkten. Zwischen 1888 und 1890 kam es zu einigen großen Streiks, in denen die mächtigen Gewerkschaften, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Kolonien eine bedeutende Rolle spielten, unterlagen. Diese Niederlagen führten zur Organisation der stark gewerkschaftlich orientierten Australischen Arbeiterpartei (Australian Labor Party).
 
Nach der allmählichen (seit 1890 verstärkten) Herausbildung einer Einigungsbewegung der Kolonien, in denen Volksabstimmungen über eine Bundesverfassung durchgeführt wurden, und nach der Unterzeichnung des Verfassungswerkes durch Königin Viktoria am 9. 7. 1900 schlossen sich New South Wales, Queensland, South Australia, Tasmania, Victoria und Western Australia am 1. 1. 1901 zu einem Bundesstaat (Commonwealth of Australia) im Rahmen des British Empire zusammen; 1911 kam das Northern Territory hinzu. Die Rivalitäten zwischen den Städten Sydney und Melbourne führten zur Gründung der neutralen Hauptstadt Canberra (Australian Capital Territory). Im neuen Bundesparlament unterstützte die Labor Party gegen die Zusage einer Sozialgesetzgebung die Schutzzollpolitik des liberalen Premierministers A. Deakin (1903/04, 1905-08 und 1909/10), eines der Begründer des Bundes. 1908 übernahm zum ersten Mal eine Laborregierung die Amtsgeschäfte und machte sich in der Folge um den Ausbau der Sozialgesetzgebung und des Schulwesens verdient. Im Ersten Weltkrieg unterstützte Australien das Mutterland Großbritannien und kämpfte mit einem Kontingent von über 400 000 Freiwilligen, von denen etwa 60 000 fielen, und mit seiner neu geschaffenen Marine aufseiten der Entente.
 
Nach dem Ersten Weltkrieg gewann Australien, das die Pariser Vorortverträge eigenständig unterzeichnet hatte und als Vollmitglied dem Völkerbund beigetreten war, 1931 im Statut von Westminster durch Großbritannien die Anerkennung als unabhängiger Staat (Britisches Reich und Commonwealth). Es wurde zugleich Mitglied des Commonwealth. Der Völkerbund übertrug ihm das Mandat über deutsche Kolonien im Bereich des Pazifik (Deutsch-Neuguinea; Bismarckarchipel).
 
Innenpolitisch sahen sich die Regierungen des Landes zwischen den Weltkriegen den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise (Rezession, Arbeitslosigkeit) gegenübergestellt. Das Gefühl wachsender Bedrohung durch das übervölkerte Japan führte zum Einwanderungsstopp für Asiaten und verstärkte das Bemühen um Einwanderung aus Europa. Gegen Ende der 30er-Jahre konnte die australische Regierung durch einschneidende Maßnahmen Wirtschaft und Finanzen des Landes stabilisieren. In der Zeit zwischen den Weltkriegen stellten v. a. liberal-konservative Kräfte im Rahmen verschiedener Parteiorganisationen den Premierminister: 1923-29 S. Bruce of Melbourne, 1931-39 J. A. Lyons und 1939-41 R. Menzies. Mit J. H. Scullin stand 1929-31 ein Vertreter der Labor Party an der Spitze der Regierung.
 
Angesichts der japanischen Expansionspolitik seit Beginn der 30er-Jahre gab Australien seine in den 20er-Jahren geübte isolationistische Linie in der Außenpolitik auf und näherte sich bündnispolitisch besonders den USA. Nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht (1929) unter der Regierung Scullin baute Premierminister Lyons in den 30er-Jahren auf der Grundlage einer Berufsarmee v. a. die See- und Luftstreitkräfte wieder aus (Verabschiedung eines Dreijahresplans, 1934). 1937 schlug er einen Nichtangriffspakt der pazifischen Mächte vor und verhängte (außer für die Länder des Commonwealth) eine (gegen Japan gerichtete) Ausfuhrsperre für Eisen- und Manganerze.
 
Am 3. 9. 1939 trat Australien in den Zweiten Weltkrieg ein. Australische Streitkräfte kämpften zunächst in Europa und Nordafrika, dann nach dem Eintritt Japans in den Krieg (Dezember 1941) vornehmlich im pazifischen Raum zur Verteidigung des australischen Territoriums. Angesichts der unmittelbaren Bedrohung australischem Gebiets durch japanische Streitkräfte führte die australische Regierung mit Wirkung vom 25. 1. 1942 die totale Mobilmachung durch. Diese griff tief in das öffentliche und private Leben ein, stärkte aber zugleich die Stellung der Bundesregierung gegenüber den Bundesstaaten. Am 19. 2. 1942 unternahmen die Japaner einen vernichtenden Luftangriff auf die Hafenstadt Darwin. Unter dem Druck der wirtschaftlichen Notwendigkeiten entwickelte sich Australien endgültig zum Industriestaat. Nach der Wende des Krieges diente das Land v. a. als rückwärtige Operationsbasis für die Rückeroberung des pazifischen Raums. An der Seite der USA beteiligte sich Australien besonders an der Wiedergewinnung Neuguineas. Über 30 000 australische Soldaten fielen im Zweiten Weltkrieg.
 
Unter den Premierministern J. J. Curtin (1941-45) und J. B. Chifley (1945-49) baute die Labor Party, verstärkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die Sozialgesetzgebung aus. 1949 wurde sie in der Regierungsverantwortung abgelöst durch ein Parteienbündnis von Liberalen (Liberal Party of Australia) und Repräsentanten der Landpartei (National Country Party, später National Party of Australia) unter den Premierministern R. G. Menzies (1949-66), H. E. Holt (1966/67), J. G. Gorton (1968-71) und W. McMahon (1971/72). Sie betrieben eine »Politik der offenen Tür«, besonders in Fragen der Einwanderung und gegenüber der Investitionsbereitschaft europäischer und nordamerikanischer Unternehmen. Außenpolitisch arbeitete Australien nach 1945 immer stärker mit den USA zusammen. Es war 1951/52 Gründungsmitglied des ANZUS-Paktes und 1954 der SEATO. Zwischen 1953 und 1963 führte Großbritannien neun oberirdische Atomwaffenversuche in Australien durch (die meisten davon im südaustralischen, westlich von Adelaide gelegenen Maralinga, aus dem die Ureinwohner vertrieben wurden). Mit einem Truppenkontingent nahm Australien sowohl am Koreakrieg als auch am Vietnamkrieg teil. Kritik u. a. an der Teilnahme am Vietnamkrieg führte 1972 die Labor Party unter Premierminister E. G. Whitlam wieder an die Regierung; sie betonte die Eigenständigkeit der australischen Außenpolitik auch gegenüber dem britischen Mutterland und den Bündnispartnern, besonders gegenüber den USA. Am 16. 9. 1975 erlangte Papua-Neuguinea seine Unabhängigkeit. Nach einem Verfassungskonflikt vom Generalgouverneur für abgesetzt erklärt, musste die Regierung Whitlam 1975 wieder einem Koalitionskabinett aus Liberalen und Landpartei weichen. Premierminister J. M. Fraser (1975-83) war - besonders nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan (Ende 1979) - bemüht, in enger Zusammenarbeit mit den USA dem wachsenden Einfluss der UdSSR in Asien entgegenzutreten. Nach ihrem Wahlsieg (1983) übernahm die Labor Party unter Premierminister R. J. L. Hawke die Regierung (1985, 1987 und 1990 durch Wahlen bestätigt). Vor dem Hintergrund einer schweren Rezession geriet das Kabinett jedoch in eine Führungskrise. Am 19. 12. 1991 wurde Hawke von seinem innenparteilichen Herausforderer P. Keating als Vorsitzender der Labor Party und damit als Premierminister abgelöst. Unter dessen Führung ging die Labor Party nach Niederlagen bei den Wahlen zu den Parlamenten der Bundesstaaten Tasmania, Victoria und Western Australia Herbst 1992/Anfang 1993 aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im März 1993 überraschend als Siegerin hervor (80 von 147 Sitzen). Mit Maßnahmen wie der Deregulierung (z. B. des Bankenwesens), Privatisierung und Reformen in staatseigenen Betrieben erreichte die Regierung Keating - bei jedoch weiterhin hoher Arbeitslosigkeit - die positive Wirtschaftsentwicklung, die sie sich als primäres Ziel gesetzt hatte. Sie begann die gezielte Vorbereitung auf die Umwandlung Australiens in eine eigenständige Republik (zuvor Referendum geplant, an dem auch die nachfolgende nationalliberale Regierung vorerst festhielt). Durch ein am 1. 1. 1994 in Kraft getretenes Gesetz (»Native Title Act«) erhielten die Aborigines erstmals einen Rechtsanspruch auf Rückgabe ihres früheren Landes (soweit es sich in Staatsbesitz befindet); mit dem am 8. 7. 1998 verabschiedeten »Native Title Amendment Act« wurden diese Landrechte aber bereits wieder eingeschränkt. Im Dezember 1994 einigten sich Vertreter der wegen der britischen Atomversuche 1953 von ihrem Land vertriebenen Ureinwohner mit der australischen Regierung auf eine Entschädigungszahlung (13,5 Mio. $A) und auf eine Entseuchung des Gebiets durch den Staat im Zeitraum von etwa 5 Jahren.
 
In Abkehr von der traditionellen, strategisch ausgerichteten Südpazifikpolitik machte Australien seit Juni 1994 Hilfeleistungen an die dortigen Staaten von deren Bereitschaft zur Selbsthilfe bei der Bekämpfung ihrer sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme abhängig. Es gehörte zu den schärfsten Kritikern der von Frankreich 1995/96 wiederaufgenommenen Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll im Südpazifik (Suspendierung der militärischen Zusammenarbeit und Verhängung begrenzter Sanktionen). Außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitisch orientierte sich Australien seit Ende des Ost-West-Konflikts verstärkt nach Südost- und Ostasien. Auf Initiative Australiens entstand 1989 die Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Im September 1999 übertrug der UN-Sicherheitsrat Australien den Oberbefehl über eine internationale Eingreiftruppe für Osttimor (INTERFET), was zu zeitweiligen Spannungen mit Indonesien führte.
 
Die Parlamentswahlen vom 2. 3. 1996 gewann das Bündnis aus Liberaler und Nationaler Partei; neuer Premierminister wurde J. Howard. Die von ihm geführte Regierungskoalition konnte sich auch bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 3. 10. 1998 behaupten. Bei den Wahlen in Queensland am 13. 6. 1998 erreichte die 1997 gegründete ultrarechte Partei »One Nation« mit ihren Kampagnen gegen die Zuwanderung aus Asien und gegen Sonderleistungen für die Aborigines 22,7 % der Stimmen. Am 26. 8. 1999 verabschiedete das Bundesparlament in Canberra als einen Schritt zur Aussöhnung mit den Ureinwohnern eine Entschließung, mit der es das den Aborigines in den vergangenen Generationen angetane Unrecht bedauerte; die Regierung lehnte es jedoch weiter ab, sich im Namen der Nation zu entschuldigen. Im Mai 2000 legte eine »Versöhnungskommission« der Regierung einen Vertrag zur Aussöhnung vor; auf einer der größten Demonstrationen in der Geschichte des Landes in Sydney am 28. 5. 2000 setzten sich die Teilnehmer für einen Ausgleich mit den Aborigines ein.
 
Nachdem sich der Verfassungskonvent im Februar 1998 für den Übergang Australiens von einer konstitutionellen Monarchie zu einer Republik zum 1. 1. 2001 ausgesprochen hatte, scheiterte dieses Vorhaben durch die Volksabstimmung vom 6. 11. 1999, bei der nur rd. 45 % der Wahlberechtigten für die Abschaffung der Monarchie votierten.
 
Das konservative Regierungsbündnis, das 2001 im In- und Ausland durch seine strikte Asyl- und Flüchtlingspolitik Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, konnte die Parlamentswahlen am 10. 11. 2001 erneut für sich entscheiden (Bestätigung Howards für eine dritte Amtszeit als Premierminister).
 
 
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Aus|tra|li|en; -s: 1. kleinster Erdteil. 2. aus Australien (1) u. einigen Inseln bestehender Staat.

Universal-Lexikon. 2012.

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